Klack, klack, klack (Tag 2 auf dem Höchrhöner)

6.30 Uhr  der Wecker klingelt.

6.50 Uhr das Mist Ding klingelt schon wieder, dann stehe ich eben auf.

Das ist nicht meine Zeit! Das ist gar nicht meine Zeit! Ich bin müde und meine Beine tuen weh!

7.20 Uhr bin ich frisch geduscht und nicht mehr ganz so maulig.

Beim Frühstück blätter ich in meinem Reiseführer. Ein wenig zweifel ich schon ob ich die nächste Etappe packe.

Geplant war die Wasserkuppe aber zwischen mir und dem höchsten Berg Hessens liegen noch etwa 36 km und gar nicht so wenig Höhenmeter.

Eigentlich fühle ich mich fit aber gerade vor dem bergauf hab ich Respekt.

Erst mal los laufen. Ich kann mir ja unterwegs überlegen wie weit ich gehe.

Frühstück

Die wichtigste Mahlzeit des Tages

Bis ich endlich los komme ist es schon 8.30 Uhr und zum Glück noch trocken.

Begleitung

Kaum hab ich das Hotel verlassen, kommt ein Hund um die Ecke und begleitet mich.

So ganz recht ist mir das nicht, weil mich das irgend wie an meine” Hunde Begegnung” vom letzten Jahr erinnert und ich einfach keine Zeit und Lust für irgend welche Sperenzchen habe.

Nach dem wir den Ort verlassen haben, überlegt es sich der Bello auch anders und kehrt wieder um.

Ich hab es nicht ganz so gut, für mich gibt es kein Zurück mehr.

Das erste Ziel der Tages ist Mittag essen auf dem Kreuzberg.

BubenNach etwa 2 Stunden erreiche ich das Örtchen Langenleiten, gerade als ich auf die Kirche zu laufe beginnt der Gottesdienst.

Wirklich ein sehr schönes Erlebnis, die Straßen sind Menschen leer, die Morgen Luft ist angenehm kühl und aus der Kirche klingt Orgelmusik und Gesang.

Ich mache eine kleine Pause und lausche der Musik.

Lange hält es mich hier aber nicht, ich hab schließlich noch einiges vor.

Der Aufstieg zum Kloster Kreuzberg ist steil sehr steil.

Ich kämpfe mich immer weiter den Berg rauf. Irgendwann muß ich ja mal oben sein.

Ein Wegweiser behauptet, das es nur noch 1 Kilometer bis zum Kloster mit dem frischen Bier und dem lecker Mittagessen ist.

Ich fange an Schritte zu zählen:1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, ……………623, 624, 625 ich sehe den nächsten Wegweiser auf dem steht: “Kloster Kreuzberg 1 km”.

Ich bin sauer und hab keine Lust mehr auf Schritte zählen!!

Irgend wie schaffe ich es dann doch bis ganz nach oben.

Auf dem Kreuzberg ist richtig was los, überall Menschen.

Jetzt fängt es auch noch an zu regnen und weil ich keine Mütze habe kauf ich mir hier oben ein Kopftuch, das kann ich notfalls auch zum Nase putzen nehmen :-D

Kreuzberg

Bier und Brezeln im Regen

Hier oben ist eindeutig viel zu viel Trubel deshalb geht es recht zügig weiter.

 

Nach 20 Minuten entdecke ich ein Schild. Welches mich dazu bringt, das Ziel des heutigen Tages festzulegen.

“Rotes Moor 15 km” steht auf dem Wegweiser.

Nur 15 Kilometer und von da ist es dann auch nicht ganz so weit bis zur Wasserkuppe, das ist zu schaffen.

Nach einem Anruf im Hotel “Peterchens Mondfahrt” steht der Plan endgültig fest, Abendessen, ein Bett und ne heiße Dusche erwarten mich auf der Wasserkuppe.

Ö Der Weg

Immer dem Ö nach.

Ziegen am Gipfelkreuz

Auch wenn es an ein anderes Gebirge erinnert, es ist die Rhön

Klack, klack, klack…….

Meinen neuen Lieblings Berg den Nachtsdunkelsberg Schwarzhimmelsberg Himmeldunkberg (den Namen werde ich mir nie merken können) mit seinen 888 Metern Höhe hab ich hinter mir gelassen und jetzt kämpfe ich mich immer weiter Richtung Moor.

Die Füße fangen langsam an richtig zu schmerzen.

Einfach nicht dran denken und immer weiter laufen, im Moment ist nur wichtig den Takt den ich mit den Trekkingstöcken mache zu halten. Das lenkt ab und ist schon fast wie Meditation.

 Klack, klack, klack….. 

 

An einer Kreuzung an der sich der Höchrhöner teilt lädt eine schöne Bank zum pausieren ein.

Die Einladung nehme ich nur zu gern an!

Hätte ich gewusst, das 300 Meter weiter ein Kiosk ist……Egal, mach ich einfach noch ne Pause hab das Rote Moor schließlich schon fast erreicht.

 

 Schwarzes Moor

Im Moor fühlt man sich wie ein Pirat, es geht über die Planke :-D

 

” Euphorie bezeichnet eine subjektiv temporäre überschwängliche Gemütsverfassung mit allgemeiner Hochstimmung, auch Hochgefühl genannt, mit einem gehobenen Lebensgefühl größten Wohlbefindens, mit gesteigerter Lebensfreude und verminderten Hemmungen.” Wikipedia

 

Murmel

Besser als Wikipedia kann ich das Gefühl bei diesem Anblick auch nicht beschreiben.

 Landebahn

Kurz vorm Ziel bekomme ich noch einen Anruf vom Kaffeetrinker, der bei Twitter gelesen hat wo ich mich rum treibe und spontan entschieden hat mich zu besuchen.

Außer dem warten noch @Webby und Spirou oben im Hotel, so das dem gemütlichen Ausklang im Restaurant nix mehr im Wege steht. ;-)  

 61,6 km

Nach 2 Tagen und 61,6 Kilometern zähle ich 5 Blasen

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~ von jobstijuppy - 9. Juli 2011.

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